Dr. Herbert GASSNER liest in 7034 Zillingtal

17:00
Kausich-Bibliothek Zillingtal / Celindof
,
Hirmerstrasse 5
,
7034
Zillingtal
in zwei Sprachen (Deutsch, Kroatisch)
Erwachsene
Informationen für Zuhörer*innen
TEXTE VON HINGERICHTETEN – BRIEFE, DIE NIE ANKAMEN



Zahlreiche Schriften von NS-Opfern suchen – leider auch heute noch! – ihre Empfängerinnen und Empfänger. Die Haftanstalten, etwa die Haftanstalt München-Stadelheim, behielten oft die meist sehr berührenden Abschiedsbriefe an Eltern, Kinder, Ehepartnerinnen und Ehepartner während der Nazidiktatur ein. Heute werden sie im Staatsarchiv München aufbewahrt. Dankenswerterweise lasen bereits Schauspielerinnen und Schauspieler der Münchner Kammerspiele in sechs online gestellten Videos ausgewählte Passagen aus diesen Abschiedsbriefen vor.

Dr. Herbert GASSNER widmet sich in seinem wissenschaftlich fundierten Vortrag den Hingerichteten im Burgenland.

Er war vor seiner Pensionierung jahrzehntelang als Richter und Lehrer an zwei maturaführenden Schulen im Burgenland tätig und hat zum Thema NS-Diktatur bisher schon viel publiziert, siehe die Webseite https://www.kausich-bibliothek.bvoe.at unter „Team“. Er ist Gründer und geprüfter ehrenamtlicher Leiter einer kleinen, aber feinen öffentlichen Bücherei in der Nähe von Eisenstadt, welche zweisprachig (Deutsch, Kroatisch) ist.

Das heutige österreichische Bundesland Burgenland war wegen seiner Vielfalt an nationalen Minderheiten den Nazis besonders verhasst. Diese Vielfalt gibt es heute leider nur mehr in schrumpfenden Restbeständen, wie aktuelle empirische Studien zweifelsfrei belegen. Unter den hingerichteten Opfern aus dem Burgenland befanden sich meist Angehörige dieser nationalen Minderheiten. Dr. Herbert GASSNER gibt diesen Menschen Gesicht, Stimme und damit ihre menschliche Würde zurück.

Der Vortrag ist öffentlich zugänglich und wird in zwei Sprachen (Deutsch, Kroatisch) gehalten. Er wird aufgezeichnet und steht ab der Karwoche dieses Jahres zum Download in diesen beiden Sprachversionen auf der Webseite der Kausich-Bibliothek zur Verfügung.

In Österreich war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges der Umgang des Staates mit den Angehörigen von NS-Opfern besonders widerlich: So gelang es etwa Univ.-Prof. Dr. Eduard RABOVSKY (1911 – 1994) nur aufgrund eines zufälligen Hinweises (!) erst Anfang der 1950-er Jahre die Leichenteile seines von den Nazis hingerichteten jüngeren Bruders Alfred RABOVSKY im Anatomischen Institut in Wien zu finden. Derartige Details bleiben im Vortrag nicht ausgespart!

Dr. Herbert GASSNER hätte diesen Vortrag sehr gerne auch vor Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften am Campus Eisenstadt gehalten, doch wurde ihm vom Geschäftsführer dieser tertiären Bildungsinstitution im Februar dieses Jahres schriftlich der Zutritt zu allen Hörsälen untersagt.
Nein
Vorleser*in:
Dr. Herbert GASSNER